VON DER MOSEL ANS MEER
Dr. Wido Parczyk | Brauselaystrasse 16 | 56812 Cochem Impressum Design: Webdesign Crossmedia
Ärzte-
EIN HNO-
"Wir liegen in einer Bucht hinter einer Schäre in Westschweden vor Anker. Der Wind jault im Rigg, und wir wärmen uns nach einem ausgedehnten Bad wieder auf. Das frisch gebackene Brot riecht verflixt gut. Vorhin sind wir an Land gerudert und haben uns in ein Blaubeerfeld gesetzt. Bis jetzt haben wir die schwedische Ostküste besegelt und haben Mittsommer in Vitsby auf Gotland gefeiert. Jetzt geht´s in Westschweden von einem Ankerplatz zum nächsten oder auch in einen Hafen, wenn Milch oder Obst alle ist. Wir sind glücklich dabei."
Die schwärmerischen Aufzeichnungen hat Dr. Wido Parczyk in sein Logbuch geschrieben,
auf einer seiner Segelfahrten durch den schwedischen Schärengarten. Seit vier Jahren
ist der HNO-
Geträumt hatte Parczyk vom Ausstieg eigentlich nicht. Der war weder von langer Hand geplant, noch Resultat eines spontanen Überdrusses. Von der Entdeckung der Liebe zum Segeln bis zum Entschluß, die Praxis zu verkaufen und in den Sommermonaten als Segler zu leben, war es ein langer und auch leidvoller Weg.
Angefangen hat alles damit, daß Parczyk zu Beginn der achtziger Jahre ein neues Hobby
suchte. Eigentlich war er -
Zu dieser Zeit hatte Parczyk noch seine Praxis in Cochem. "Eine harte, aber schöne
Zeit", sagt er. Er hatte sich damals auf ambulantes Operieren spezialisiert, "weil
wir überzeugt waren, daß das für eine bessere Versorgung der Patienten nötig war".
Die Praxis lief gut. "Ich operierte, meine Frau, machte die Narkosen in der Praxis
und kümmerte sich um die Vor-
Die Wende kam, nachdem es bei Parczyk infolge einer Hepatitis-
Die Krankheit, so sieht Parczyk es heute, war eigentlich ein Geschenk. Sie habe ihn bereit gemacht für ein intensiviertes Leben. Intensiviert hat er zunächst einmal seine Arbeit. "Die Transplantation gab mir soviel Energie, daß sich meine Praxis um das Doppelte vergrößerte."
Doch dann kamen die Schwierigkeiten. Nicht wegen der neuen Leber, sondern mit der KV und den Kassen. Das ambulante Operieren riß immer tiefere Löcher in Parczyks Etat. Als es mit der KV und den Kassen zu keiner befriedigenden Regelung über die Honorierung kam, entschloß sich Parczyk 1995, die Praxis zu verkaufen.
"Bittere Tränen und schlaflose Nächte hat das gekostet. Nach dem Verkauf hatte ich
das Gefühl, mein Lebenswerk aufgegeben zu haben. Ich hatte Angst vor der Namenlosigkeit
in der Menge." Das Leben ohne die eigne Praxis, ohne die Geschäftigkeit und die gewohnte
Anerkennung fiel Parczyk ungeheuer schwer. Aufs Boot und ab nach Schweden -
Heute genießt er es, sein Boot in Schuß zu halten, möglichst alle Reparaturen selber zu erledigen, antiquarisch aufgestöberte Bücher zu lesen und sich Zeit für alte und neue Freunde zu nehmen. Und besonders stolz ist er auf sein Buch über das Segeln in den Schären, mit dem er Segelfreunden den Weg zu den Ankerplätzen dieses schwierigen Segelreviers weist.
In den Monaten, in denen Parczyk nicht zur See fährt, arbeitet er als Vertreter in
verschiedenen HNO-
von Ursula Hosselmann
Ärzte-
WEGWEISER ZU DEN SCHÖNSTEN ANKERPLÄTZEN IM SCHÄRENGARTEN
Das Segelrevier in den schwedischen Schären gilt als eines der schönsten und schwierigsten
Segelgebiete Europas. Der felsige Untergrund, die schmalen Wasserstraßen zwischen
den Inseln und die Wasserströmungen der Ostsee lassen das Segeln -
Ein Kenner dieses Reviers ist der Cochemer HNO-
Bei soviel Liebe ist es kein Wunder, daß er sich nicht damit begnügt, auf eingefahrenen Routen die schwedische Schärenwelt zu ersegeln. Was ihn reizt, sind die schwierig zu erreichenden Ankerplätze in entlegenen Buchten. "Wenn man in den Schären unterwegs ist, sieht man plötzlich hinter einer der Inseln einen Schiffsmasten, und man fragt sich, wie das Schiff dahin gekommen ist."
Um das herauszubekommen, hat Parczyk die Buchten selbst vermessen, Wassertiefen ausgelotet, Ansteuerungen beschrieben und Skizzen gezeichnet.
Jetzt hat er, gemeinsam mit seiner Frau Beate, die auf allen Segeltörns mit dabei
ist, das gesammelte Know-
Wo die offiziellen Seekarten auf hören, fängt der Segelführer von Beate und Wido Parczyk an. Wo sind die geschütztesten Ankerplätze? Wo ist die beste Einfahrtsrinne? Wo gibt es Untiefen? All das ist in den von Wido Parczyk handgemalten Karten verzeichnet. Fast neunzig Ankerplätze im schwedischen Schärengarten sind so beschrieben. Und zu jedem Ankerplatz wird eine kleine Geschichte erzählt, in der die Parczyks von eigenen Erlebnissen während ihrer Segeltörns erzählen und Tips für den Landgang geben. Das mit vielen Farbbildern von Land und Leuten ausgestattete Buch ist deshalb nicht nur ein Seglerbuch, sondern auch ein wunderschöner Reiseführer zu den Schäreninseln. Daß der Wegweiser zu den einsamen Ankerplätzen zur Folge haben könnte, daß diese künftig so einsam nicht mehr sind, sieht Wido Parczyk gelassen. Ein paar mehr Segler könnten die Schären schon verkraften, ohne an Reiz zu verlieren, meint er. Und schließlich hält er es ganz mit einem alten schwedischen Seglerspruch:
"Wer hierher findet, der gehört auch hierher."
(hos)