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Überarbeitete Texte, Ergänzungen und Verbesserungen

Im Laufe der vergangenen 4 Jahre habe ich aus dem Kreis der Leser Anregungen, Fragen und Verbesserungsvorschläge bekommen, die ich hier weitergebe. Da ich aber auch selbst weiter an diesem Thema arbeite, nämlich weiter im Norden, im Bereich der Stockholmer Schären, habe ich einige Artikel präzisiert, z. B. die Naturschutzgebiete mit den genauen Bestimmungen, habe an der Beschreibung unserer Gastgeber weiter gefeilt und das Ergebnis medizinischer Literaturstudien betreffend der Borreliose Impfung weiter gegeben.

 

 

 

Impfungen

Die Ostküste von Schweden und die Schären sind mit einem Virus verseucht, das eine Hirnhautentzündung verursacht. Das Virus wird durch Zecken übertragen. Es empfiehlt sich daher, sich gegen FSME

( Früh – Sommer – Meningo - Enzephalitis ) impfen zu lassen. Nach 3 Wochen muss die Impfung wiederholt werden.

Gegen die von den Zecken auch übertragenen Borellien gibt es aber noch keinen sicheren Schutz.
Der in Amerika entwickelte Impfstoff, der mittlerweile auch bei uns zu haben ist, wirkt nämlich
nur gegen die Borellienstämme, die in den Staaten üblich sind, nicht gegen die bei uns üblichen.
Mit der Einführung eines wirksamen Impfschutzes ist aber in den nächsten Jahren trotzdem zu
rechnen. Der Impfstoff wird zur Zeit erprobt, wobei die letzte Testphase im November 2001
noch nicht begonnen hatte.

 

Naturschutzgebiete

Von Schwedens 45 Millionen ha sind 1,8 Millionen als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Neben
16
Naturparks gibt es 940 Naturreservate und 360 Tierschutzgebiete. Details über die Natur-,
Vogel- und Robbenschutzgebiete sollten aus den Küstenhandbüchern neueren Datums ent-
nommen werden, in denen entsprechend dem Fahrtgebiet die gesperrten Inseln, bzw. Seegebiete beschrieben und die Sperrzeit angegeben sind.

 

Vogelschutzgebiete  (Fågelskydd)

A: Betreten verboten vom 1.4. bis 15.7.
B: Annäherungsverbot näher als 100m vom 1.4.bis 15.8.
C
: Annäherungsverbot näher als 100m vom 1.2.bis 15.8.
Ca
: D: Betreten verboten vom 1.2. bis 15.8.
E: Annäherungsverbot näher als 100m vom 1.4. bis 10.7.
H
: Betreten verboten vom1.4. bis31.10.

Bei den Vogelschutzgebieten gibt es allerdings einige Ausnahmen, wenn z.B. der Prickenweg näher an dem Sperrgebiet vorbeiführt.

 

Seehundschutzgebiet (Sälskydd)

G: Aufenthalts- und Passierverbot des markierten Gebietes das ganze Jahr über
J
: Aufenthalts- und Passierverbot des markierten Gebietes vom 1.1. bis15.9.
    Die Küste darf  näher als 100m passiert werden

 

Korrektur Seite 196 und 198
Aspö, Stora Krokhlmen und Vassholmen

Die Positionen von Aspö und Stora Krokholmen sowie Vasskrokholmen bei Stendörren sind jeweils 58°.......N

Neue Steine, die von anderen gefunden wurden

Seit 1998 wurden von anderen Seglern, die mit unserem Buch segeln weitere Steine gefunden. Bis Winter 2002 waren es 2 und zwar bei Krokö und Utö.
Krokö
Seite 84/85

Etwa zwischen dem Ankerzeichen und der 2 Meterlinie in der südöstlichen Ankerbucht, südlich neben dem nördlichen Pfeil und schon im 3 Meterbereich soll laut Angaben eines Seglers ein Stein liegen, der weniger als 2,20m unter der Oberfläche liegt.

 

Kyrkviken Seite 239-241

Die auf Seite 241 abgebildete Skizze zeigt die Verhältnisse, die ich bei einigen besuchen erlebt habe. Aber ein anderer Segler berichtete, dass die von dem Fährbetreiber ausgelegten Tonnen sich in manchen Jahren an etwas anderer Stelle befänden. Und zwar sei die nördliche Tonne etwas weiter westlich (genau südlich der Inselspitze) und die südliche Tonne etwas weiter südlich (etwa in Höhe der 2,3m Tiefenbezeichnung) ausgelegt.
Innerhalb der 3 m Tiefenlinie sei er auf einen Stein aufgelaufen, der östlich der nördlichen Untiefentonne liege.

 

Ölands Norra Udde
Karte No: 624 SE im Kartensatz C Oskarsham - Landsort
Eingang auf 57° 21´ 8 N, 17° 07 4 E

Auf einer meiner letzten Fahrten in die Schären habe ich eine Variante ausprobiert, die ich bisher immer vernachlässigt hatte. Das erste Mal sah ich die Lagune Norra Udde am nördlichen Ende von Öland, als wir von Kalmar kommend am Abend ostwärts laufend auf dem Weg nach Gotland waren. Damals von außen sah diese Bucht wie ein Traum aus. Innen lag ein großer, leerer Tanker auf Reede und die Ufer waren mit Schilf bewachsen.

Blick vom ehemaligen Fähranleger über den Gammelsteg zum Leuchtturm

 

Die Ansteuerung dieser Bucht ist nicht sonderlich schwierig, erfordert aber etwas Geduld, weil der Weg durch das flache Gewässer außerhalb und in der Bucht sich zieht wie Gummi. Nördlich des Leuchtturms erstreckt sich ein Flach, das für die Großschiffahrt durch eine nördliche Untiefentonne markiert ist. Wir schnitten diese Tonne zwar, hielten uns aber gut von der Küste frei. Östlich der Tonne kann man wieder Süd machen und auf die Ansteuerungstonnen zuhalten.  Diese Bucht liegt fast am Weg und wird daher wohl in Zukunft öfter angelaufen. Sie ist für Segler, die es etwas eiliger haben eine überlegenswerte Alternative zum Fläskösund auf der Westseite des Kalmarsundes.

Dort sind wir eingelaufen und fanden einen riesigen Binnensee mit zwei großen Seeschiffen auf Reede, aber außer den Schilf bestandenen Ufern, in deren Nähe es allerdings sehr flach und steinig ist, waren wir vom Rest, der sich uns bot, etwas enttäuscht. Trotzdem hat uns der herbe Charme dieser Bucht entschädigt. Attraktive Ankerplätze haben wir nicht gefunden, denn außerhalb des Fahrwassers ist es bis auf einige tiefe Stellen sehr flach und die möglichen Ankerstellen sind so weit von Land entfernt, dass es eigentlich keinen Spaß macht, dort zu bleiben. Wahrscheinlich sind wir auch von der Schönheit der weiter nördlich gelegenen Schären schon zu sehr verwöhnt. Auch der Anleger am südlichen Ende der Bucht ist in einem eher abstoßenden Zustand, - nur die alte Pier der Fähre, die schon lange nicht mehr verkehrt, bietet Platz zum Anlegen. Die Bucht bietet Schutz gegen Seegang von draußen, aber kaum Schutz gegen Winde aus Nord.

Ganz sicher aber wird man trotz eines in der Nähe liegenden Parkplatzes alle Ruhe der Welt genießen bis die Hafenmeisterin kommt und kassiert.

Der Weg südwärts nach Büxelkrok ist etwa 6 km. Wir sind ihn zu Fuß gegangen und haben die Küstenstrukturen am Ufer mit dem plattenförmigen Stein sehr genossen. Dieser Spaziergang ist wirklich empfehlenswert.

Der Kartenausschnitt von Ölands Norra Udde zeigt den weiten Binnensee und die Reede der Großschiffahrt ebenso wie die ausgedehnten Steinfelder im Flachwasserbereich, die ein Ankern in Landnähe unmöglich machen.
Der Strand nördlich von Byxelkrok auf Öland mit seinen charakteristischen Steinplatten

 

Blankaholm
Kartensatz C Oskarsham Landsort 623SE
57° 35´4 N, 16° 31´6 E

Halbwegs zwischen Oskarsham und Västervik findet sich nicht weit von der E 22 mit Blankaholm ein Hafen, der besonders bei Trailerskippern kaum Wünsche übrig lassen dürfte. Dieser recht einsam liegende Hafen hat einen angeschlossenen Campingplatz mit kleinen Ferienhäuschen, einen Konsum, eine Kneipe/ Restaurant, einen Werftbetrieb und ein Winterlager. Auch für die Trailer findet sich ausreichender Platz.

Von See kommend muß man auf dem Nord-Süd Prickenweg zwischen Mannen und Tunnholmen etwa bei 57° 33´ 3 N den Weg in den Gäsfjärden finden.

Näheres findet sich auf der Homepage www.blankaholmsmarina.se

 

 

 

Die Schweden

Das Bild der Schweden in unserer Vorstellung ist weniger von Alfred Nobel oder Carl von Linné geprägt als durch das Bild der schwedischen Frauen. Dieser Traum aber wiederum ist durch Filme oder Popstars in unsere Köpfe eingegraben: Und so sehen wir sie meist blond und selbstbewußt, selbstsicher und emanzipiert. Unter den knapp 9 Millionen Einwohnern Schwedens zählt die Statistik übrigens 1,3 Millionen Blondinen. Ernst Moritz Arndt war schon 1804 begeistert: „Man sieht viel schöne Gesichter, breite Stirnen, lebendige Augen und bei den Weibern viel Schelmerei bei freundlichen Mienen; doch vor allem ist der Wuchs hoch und nervig“. 

Die Mode unterstreicht das sehr deutlich. Wer heute durch die Stockholmer City flaniert, ist mit Sicherheit von den Frauen fasziniert. Dabei grub sich bei mir das Bild der „Schwedin“ sehr markant ein. Braungebrannt, auch auf der Sonnenbank, überwiegend groß, blond, schlank und gut gebaut, Shorts, Mini oder lange, enge Hosen mit einem knappen Top in weiß. So kommt sie daher und ihr Anblick macht das sommerliche Stockholm noch reizvoller. In einem Sommer segelten wir mit einem anderen Schiff, dessen Crew sich uns anschloß, nach Stockholm und blieben da für ein paar Tage. Die beiden Herren aber fühlten sich dieser geballten, erotischen Anmache nicht gewachsen und flüchteten nach wenigen Tagen in die Schären. Sie kamen erst wieder, als ihre Frauen mit dem Flieger nach kamen. (Siehe auch Schwedenmädchen) 

In den letzten Jahrzehnten lebten bekannte schwedische Frauen, die teilweise Kultfiguren ihrer Epochen waren, so z.B. Greta ( Gustafson ) Garbo, Ingrid Bergmann, Zarah Leander, der blonde Eisberg Anita Eckberg, Ingrid Thulin, Bibi Anderson, Mai Zetterling, aber auch die Mädchen der Abbas. Der Mythos dieser Frauen bleibt lebendig, auch wenn einige schon tot sind.

Als Gast den Gastgeber beurteilen zu wollen, ist ein heikles Unterfangen, aber irgendwie muß sich jeder einmal die Frage stellen, mit wem er es zu tun hat. Bei den Schweden fällt es aber besonders schwer, weil sie sehr zurückhaltend sind und, wenn überhaupt, erst spät auftauen. Meinem eigenen Urteil will ich nicht allein vertrauen, deswegen haben wir unterwegs, wann immer sich die Gelegenheit bot, andere Leute, die zum Teil schon seit 50 Jahren in Schweden wohnen und auch Segler gefragt, wie sie die Schweden erlebt haben. Hilfreich waren auch Broschüren des Schwedischen Institutes („Schweden Land und Leute“) und der Einwanderungsbehörde („Information about Sweden“).

Das Schwedische Institut sagt, daß die Beurteilungen der Ausländer mit denen der Schweden selbst weitgehend übereinstimmt. Nach dieser Broschüre sehen die Gäste ihre Gastgeber als freundliche, fleißige, ordentliche, rechtschaffene, gutgläubige, schüchterne, reservierte, knausrige und ein bißchen schwerfällige Menschen. Die Schweden selbst akzeptieren anscheinend diese Charakterisierung. Zwar kann ich einige Züge nicht beurteilen, aber dafür scheint mir die Hilfsbereitschaft, Geschäftstüchtigkeit ebenso zu fehlen wie das Bemühen, um fast jeden Preis auch im privaten Leben neutral zu bleiben. Nach der Broschüre „Schweden Land und Leute“ nennt sich der Schwede auch gern „Weltbürger, der noch mit einem Bein fest in der Scholle verwurzelt ist“.

Wir erleben die Schweden überwiegend als zurückhaltend und recht scheu, manchmal halt auch fremdenfeindlich, wie es auch bei uns vorkommt. Das fällt weniger im Süden des Landes auf, im ehemals dänischen Schonen, wo die Leute - bedingt durch ihre Geschichte - eher etwas aufgeschlossener sind, als im Norden. Da aber und je weiter man in den Norden kommt, sind sie um so verschlossener. Die Scheu und Zurückhaltung mag mit der Entwicklung des Landes zusammenhängen, das nach einer Jahrhunderte langen eher puritanischen und oft bäuerlichen Lebenseinstellung erst in den letzten Jahrzehnten Verbindung mit dem Rest der Welt aufgenommen hat. Noch während der Zeit des zweiten Weltkrieges, den die Schweden neutral von außen beobachteten, lebten viele Menschen oft Dutzende von Kilometern von Ortschaften entfernt auf einsamen Gehöften. Der Umgang mit Nachbarn war selten, mit Fremden hatte man eigentlich nie Kontakt. So ist es ausgesprochen schwer, mit Schweden Kontakt zu bekommen, die nie ´raus gekommen sind, andersherum aber scheinen bereiste Schweden besonders aufgeschlossen und kontaktfreudig zu sein.- Und von denen gibt´s überraschend viele.

An der Zurückhaltung, die sich wohl aus der Geschichte und der Entwicklung des Landes erklären läßt, hat sich im Prinzip bis heute nicht viel geändert. Man gewährt in der Regel Fremden keinen Einblick in den häuslichen Bereich, auch wenn man sich prächtig miteinander versteht. Da es aber die schwedische Höflichkeit erfordert, Einladungen auszusprechen, kann es für den Besucher zu Schwierigkeiten kommen, die Einladung zu deuten. Im Zweifelsfall sollte sie nicht immer ganz ernst genommen werden. Wenn aber der seltene Fall eintritt, freut sich die Dame des Hauses über einen Strauß Blumen, denn wie es scheint, lieben Schweden nicht nur ihre Natur, sondern auch und ganz besonders Blumen. Man darf aber trotzdem durchaus mit Toleranz rechnen, wenn man gegen diese blau - gelbe Etikette verstößt.

Die schwedische Höflichkeit macht es notwendig, seine Meinung wohl verpackt zu äußern und auch unangenehme Dinge nur vorsichtig formuliert auszusprechen. Dabei wird von den Gästen das Gleiche erwartet. Entspricht der Gast nicht diesen Erwartungen, muß er mit eisiger Passivität rechnen. So empfiehlt es sich, Unangenehmes,-  auch Unrecht, - großzügig zu übersehen. Im Endeffekt lohnt es sich wohl auch.

Zum Bild des reservierten, scheuen Schweden paßt es eigentlich ganz gut, daß in Schweden das Nacktbaden nicht üblich ist. So ist das FKK Bad in Saltsjöbåden ein geradezu symbolisches Bauwerk. Es ist nämlich als richtige Bretterburg nach allen Seiten vernagelt und nur von See her erkennt man den Sinn dieses merkwürdigen Verschlags.

Nackt ins Wasser steigt man höchstens ganz heimlich, wenn´s wirklich niemand sehen kann oder verborgen hinter dem Heck des Schiffes und vom Handtuch eingehüllt. Nach vorübergehender Freizügigkeit in den 60-er Jahren, als es auch Sexschuppen gab, hat das Pendel wieder umgeschlagen und man bedeckt sich. In Smögen sieht das etwas anders aus, aber dieser Ort hat auch eine eigene, für Schweden nicht gerade charakteristische Schickeria.

In dieses prüde Bild paßt aber überhaupt nicht die selbstbewusste und freizügige Selbstdarstellung sehr vieler jüngerer und auch reiferer Frauen bis in die späten 40er,- besonders in größeren Städten. Und wenn man im Gespräch nachhakt, scheint es, daß die prüde Schale mittlerweile doch ziemlich dünn geworden ist. Einen zarten Hinweis in diese Richtung gibt wohl auch das Buch eines schwedischen Weltumseglers, das bereits bei den ersten Bildern mit teilrasierter Nacktheit der Scham überrascht. Und das in einem Buch, in dem man eigentlich Segelabenteuer pur erwartet (Yrke: Världsomseglare, Lars Hässler). Es tut sich also etwas in Schweden. Offensichtlich fliegen doch sehr viele auf die Balearen, Kanaren oder in die Karibik und bringen die dort unter Touristen üblichen freizügigen Sitten nach Hause. Eine weitere Rolle spielen sicher auch die Medien und das Internet.

Es wäre aber zu einfach mit diesem Hinweis das Thema abzuschließen. Um die Frage der Prüderie zu akzentuieren paßt eher die Tatsache, daß seit Ende1999 Prostitution in Schweden verboten ist und auch Freier aktiv gejagt werden. So scheinen sich öffentliche und privat gelebte Moral unterschiedlich zu entwickeln und der flapsige Spruch, der unter Jugendlichen kursiert, scheint die Situation zu mindest zum Teil zu treffen: „Im Süden Juhu, im Norden Tabu“.

Aber auch wenn wir es als lästig empfinden, die Badeanzüge naß zu machen und es doof ist, allein oder mit unbekannten Männern in einer Sauna zu schwitzen, während die Frau Gemahlin sich allein in ihrer Frauensauna langweilt, ist dies halt noch die derzeitige offizielle Realität, die der Gast zur Kenntnis nehmen und akzeptieren muß. Wie es privatim zugeht, bleibt offen.

Hilfsbereitschaft ist in Schweden selbstverständlich. In Deutschland erinnern wir uns z.B. dankbar an die schwedische Hilfe nach dem zweiten Weltkrieg. Am Steg dagegen ist sie nicht immer so deutlich. Ziemlich selten wird ein Schwede beim Anlegen bereit stehen und die Leinen annehmen. Eher wartet man ab, weil man davon ausgeht, daß der Gast allein zurecht kommt. Wenn´s aber wirklich nötig ist, ist Hilfe sicher. Typisch ist eigentlich der Schwede, der bei der Annäherung eines Schiffes an einen Fels von seinem Grillplatz aufsteht und die Stelle, auf die der Skipper zielt, von oben in Augenschein nimmt. Nicht selten signalisiert er dann: Hier geht es oder nicht, aber etwas weiter links oder rechts ist der Grund sauber. Finnische Freunde erzählten uns eine andere Geschichte. In einer Bucht bei Sandhamn slippte ihr Anker, während sie einkaufen waren. Als sie zurück kamen, lag ihr Schiff an einer Boje und ihr Anker an Deck. Es muß also etwas dran sein, wenn die schwedische Hilfsbereitschaft gelobt wird.

Die Schweden sind sehr stolz auf ihre Heimat und sie sind sich dieses Stolzes wohl bewußt. Sie kokettieren mit ihm und spotten manchmal etwas über sich selbst,- so nach dem Motto: Wir müssen gar nicht übertreiben, - wir sind eben Weltspitze. Sie kritisieren sich aber auch selbst und das durchaus mit Humor. Wenn wir als Gäste einem Schweden zuhören, wundern wir uns manchmal darüber, wie negativ er sein Land schildert. Das Schwedische Institut gibt darauf die Antwort, daß diese kritische Haltung gegenüber seinem Land bei den Schweden ein Zeichen von Perfektionismus sei. Denn „alles, was nicht perfekt ist, kann verbessert werden und muß nach schwedischer Ansicht –wegen des Mangels an Perfektionismus- beklagt werden. Das Gute ist häufig selbstverständlich“.

Die Schweden mit ihrem stark verwurzeltes Brauchtum redeten sich früher oft nur in der dritten Person an. Ende der 60-er Jahre sollten sie sich aber von einem Tag auf den anderen duzen, das gab große Umstellungsschwierigkeiten. In der Zwischenzeit hat sich aber das „Du“ als Anrede durchgesetzt. Dabei läßt es sich sogar der König gefallen, zumindest von den Angehörigen des Dala Regiments geduzt zu werden, denn in Dalarna duzte man sich schon immer.

Schweden ist heute eine konstitutionelle Monarchie mit einem Einkammerparlament. Im Reichstag, dem obersten Organ des Staates sitzen 349 Abgeordnete. Staatsoberhaupt ist der schwedische König Carl XVI Gustav. Er hat nur repräsentative Aufgaben. Verheiratet ist er mit der aus Heidelberg stammenden Silvia Sommerlath, die bei den Schweden sehr beliebt ist. Tochter Viktoria  ist die Thronfolgerin. Die Regierungsgeschäfte führt der Staatsminister. Im Parlament sind die Moderata Samlingspartiet, die Sozialdemokraterna, die Folkpartiet, die Centern, die Vänsterpartiet Kommunisterna und die Grünen vertreten.


Dr. Wido & Beate Parczyk - e-mail: info@parczyk.de